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Kann man sich mehr wünschen als die Hose einer attraktiven, glücklichen Teenagerin zu sein? Aber jeder Traum geht einmal zu Ende.
Vor 2 Monaten hatte sich meine hübsche Trägerin auf einen Stein gesetzt und mir war es durch Mark und Bein gefahren. Mein Reißverschluss war zerrissen. Seit diesem Tag lag ich neben einer Jacke im Kleidersack. Eines Morgens hörte ich ein seltsames Rascheln. Zwei mir wohlbekannte Hände durchsuchten den Kleidersack, in dem ich vor mich hintrauerte. Plötzlich zerrten die Hände an meinem rechten Bein und zogen kräftig daran. „Da bist du ja, dich habe ich die ganze Zeit gesucht.“ Etwas unsanft wurde ich in neben Büchern und Heften in eine Tasche gesteckt. 3 Stunden später wurde ich wieder herausgezogen und auf einen Tisch gelegt. Ich ahnte Böses. Eine Schere trennte meine Hosennaht auf. Was sollte denn das? Papier wurde auf mich gelegt, mit Kreidestift auf mir gezeichnet und au weh- ich wurde doch tatsächlich zerschnitten. Nicht genug damit, jetzt durchstach mich eine Nadel Hunderte Male und mir wurde ganz schwindelig von der Kurverei unter der Nähmaschine. Ja ich fiel sogar in Ohnmacht. So stellte ich mir mein Ende nicht vor. Alles schaukelte um mich herum. „Bin ich in der Hölle?“ Keine Flammen züngelten an mir hoch und es müsste deutlich heißer sein. Beim Versuch meine Einzelteile zu erspüren, entdeckte ich die Gesäßtasche am rechten Knie, das rechte Bein am linken Bein und überall waren einige Fremdkörper festgemacht. Eine Stelle war mit Farbe verklebt. „Wo bin ich? Träume ich?“ Das Schaukeln kam zur Ruhe. „ Du hast aber eine tolle Tasche. Wo hast du die denn gekauft?“ „ Die kann man nicht kaufen. Die habe ich in der Schule aus meiner Lieblingsjeans selbst genäht.“ „Reden die etwa von mir? Also träume ich doch nicht.“ So langsam begann ich zu verstehen.

Die Schritte kannte ich doch. „Wer streift da sanft an mir? Das ist doch meine Freundin vom Bügel Nr.2.“ Als meine Besitzerin vor einem Schaufenster stehen blieb, konnte ich mich betrachten. Tatsächlich, ich sah wie eine Tasche aus. Etwas ungewohnt war das schon, aber irgendwie fand ich mich jetzt super.
Bei dem Gedanke, dass ich jetzt auch in einer Müllverbrennungsanlage schmoren oder mich ein Reißwolf in Millionen Teilchen zerreißen könnte, überkam mich ein Glücksgefühl: ich durfte weiterleben.
Es gibt noch etwas Schöneres als die Hose einer attraktiven Teenagerin zu sein. Nämlich die Hose einer zudem kreativen Teenagerin zu sein und als Tasche wiedergeboren zu werden.
Neben mir haben noch weitere 17 Jeans dieses Schicksal erlitten. Die Klasse 8 ist unter die Designer gegangen und hat im HTW- Unterricht alte Jeans wiederbelebt. Genauer gesagt: wir sind nun wunderschöne ,individuell gestaltete Taschen.
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