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Ausflug des Kollegiums 2009 PDF Drucken E-Mail
Verfasst von Walter Staniczek   
28.10.2009
Bei strahlendem Sonnenschein ging's dieses Mal zur Solitude bei Stuttgart. Das Lustschloss wurde 1763 von Herzog Carl Eugen von Württemberg im Rokokostil erbaut.




Frau Hanke und Frau Ruf hatten eine Schlossführung arrangiert. Der Schlossführer entpuppte sich als Johann Kaspar Schiller, Intendant der königlichen Gärten und Vater Friedrich Schillers. In entsprechender Kleidung und beeindruckendem Sprachstil erzählte er vom Leben auf dem Schloss und den damaligen gesellschaftlichen Zwängen, welchen die Untertanen durch absolutistische Herrscher ausgesetzt waren. Auch sein Sohn Friedrich musste gegen seinen Willen in den Räumen der Carlsschule, welche anfänglich auf der Solitude untergebracht war, Jura studieren. 


 
Um der Eitelkeit genüge zu tun, sind im Schloss viele Spiegel angebracht. Diese wurden in Italien gefertigt, in Butter gelagert und dann den weiten Weg über die Alpen bis nach Stuttgart transportiert. Waren die Spiegel heil geblieben, hieß es:“ Alles in Butter!“


 
Die Feste und Treibjagden auf dem Schloss waren legendär. Um eine Vielzahl an Wild zusammentreiben zu können, wurden Lappen zwischen den Bäumen aufgehängt. Konnte ein Tier sein Leben retten, war es den Jägern „durch die Lappen gegangen“. 


Eine kerzengerade Straße verbindet die beiden Schlösser Solitude und  Ludwigsburg, sie war damals dem Adel vorbehalten.
 
Der ausschweifende Lebensstil Carl Eugens mit zahlreichen Mätressen führte zur Trennung von seiner ersten Frau Elisabeth Friederike Sophie von Brandenburg-Bayreuth. Später heiratete er Franziska Theresia Reichsgräfin von Hohenheim, welche einen positiven Einfluss auf den Despoten hatte.  Carl starb 1793 auf Schloss Hohenheim und wurde im Schloss Ludwigsburg beigesetzt. 
 


Unser Schlossführer rezitierte ganz stolz Gedichte seines berühmten "Sohnes". Hier eines davon:
 
Hoffnung
Es reden und träumen die Menschen viel
Von bessern künftigen Tagen,
Nach einem glücklichen goldenen Ziel
Sieht man sie rennen und jagen.
Die Welt wird alt und wird wieder jung,
Doch der Mensch hofft immer Verbesserung.
Die Hoffnung führt ihn ins Leben ein,
Sie umflattert den fröhlichen Knaben,
Den Jüngling locket ihr Zauberschein,
Sie wird mit dem Greis nicht begraben,
Denn beschließt er im Grabe den müden Lauf,
Noch am Grabe pflanzt er - die Hoffnung auf.
Es ist kein leerer schmeichelnder Wahn,
Erzeugt im Gehirne des Toren,
Im Herzen kündet es laut sich an:
Zu was Besserm sind wir geboren!
Und was die innere Stimme spricht,
Das täuscht die hoffende Seele nicht.
 
Manche meinten, dieses Gedicht könne in das Leitbild der Schule aufgenommen werden...

Mit einem Spaziergang durch den herbstlichen Wald in das nahe gelegene Krummbachtal bei Gerlingen und anschließender Einkehr klang der interessante Ausflug aus.

Ein herzliches Dankeschön an die Organisatorinnen!


 

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