
Herr Wöhrle unterstützt Hilfsprojekt in Ruanda und überzeugt sich persönlich von der Realisierung.
„Der Fußballplatz ist ein absoluter Volltreffer.“ Dies war die begeisterte erste Reaktion von Herrn Wöhrle, als er die Kinder auf einem aus Spendengeldern finanzierten Platz stundenlang kicken sah. Herr Wöhrle hatte 2008/09 acht Monate in Afrika verbracht und davon vier Monate im zentralafrikanischen Ruanda beim Kinderhilfswerk OPDE gearbeitet. Nun war er wieder in den Sommerferien dort und freute sich, dass das von ihm angestoßene Projekt so gut ankommt.
Lange Zeit war Ruanda, das „Land der tausend Hügel“, bei uns als Rückzugsgebiet für die weltweit letzten Berggorillas bekannt und wegen des Völkermords im Jahr 1994. Mehr und mehr macht das Land aber durch sein beachtliches Wirtschaftswachstum von sich reden. Die Hauptstadt Kigali erhielt bereits internationale Preise für ihre vorbildliche Stadtentwicklung. Mit ihrem ehrgeizigen Programm „Vision 2020“ will die ruandische Regierung bis dahin nicht nur allen Einwohnern Zugang zu Strom und fließend Wasser ermöglichen, sondern auch eine Schulbildung.Doch trotz aller Fortschritte zählt der dicht bevölkerte Binnenstaat mit rund elf Millionen Einwohnern nach wie vor zu den ärmsten Ländern der Erde. „Es ist sehr bedrückend zu sehen, wie die Menschen vor allem auf dem Land noch immer in bitterer Armut leben müssen“, sagt Herr Wöhrle. Auch die Aufarbeitung des Völkermords von 1994 sei noch längst nicht abgeschlossen. Damals wurden innerhalb von nur drei Monaten mindestens 500.000 Menschen umgebracht, eher treffen wohl Zahlen zwischen 800.000 und 1.000.000 zu. Viele Kinder und Jugendliche haben ihre Eltern bei den Auseinandersetzungen verloren, bei denen Angehörige der Hutu-Mehrheit etwa 75 Prozent der in Ruanda lebenden Tutsi-Minderheit sowie moderate Hutu ermordeten, die sich am Völkermord nicht beteiligten wollten oder sich aktiv dagegen einsetzten. Weitere Informationen (bitte klicken)
Von der Straße in die Schule
„Die afrikanische Nichtregierungsorganisation OPDE, die in Burundi, im Kongo und in Ruanda sitzt, unterhält verschiedene Projekte für diese Kinder“, berichtet Herr Wöhrle. Er kennt zwei Zentren in Butare, einer Universitätsstadt im Süden Ruandas. "Dort werden Kinder zwischen 6 und 15 Jahren versorgt, die vorher auf der Straße lebten. Auch können sie zur Schule gehen. Trotz schwieriger Rahmenbedingungen arbeitet OPDE sehr effektiv. Nach wie vor verlassen nur sehr wenige Kinder die Organisation wieder. Auch die Schulleistungen sind überwiegend gut.“ Beeindruckt hat ihn, wie viele Vorhaben seit seiner Abreise vor zwei Jahren verwirklicht wurden: „In einem neuen Berufsbildungszentrum werden Jugendliche zu Schlossern, Elektrikern und Köchen ausgebildet, und der Anbau von landwirtschaftlichen Produkten macht das Hilfswerk unabhängiger von Lebensmittelkäufen.“

Nicht zuletzt wurde der von Herrn Wöhrle angestoßene und mit Spenden finanzierte Fußballplatz gebaut. Wegen des schwierigen Geländes mussten gewaltige Erdmassen bewegt werden: „Sämtliche Arbeiten haben Menschen aus den umliegenden Dörfern in mühevoller Arbeit ohne Maschinen erledigt. Jetzt müssen die Kinder keine weiten Wegstrecken mehr zurücklegen, wenn sie Fußball spielen wollen.“ Gerade der Sport spiele bei der Bewältigung der oftmals traumatischen Erlebnisse der Kinder eine wichtige Rolle.

Sponsoren gesucht
Zur Einweihung des Platzes war auch ein Vertreter der Distriktverwaltung gekommen. Höhepunkte des fröhlichen Tages waren neben Tanzvorführungen die Fußballspiele gegen Teams von anderen Hilfsorganisationen. OPDE möchte nun ein qualifiziertes Fußballtraining für die Kinder anbieten. Herr Wöhrle sucht nun Sponsoren, um einen Trainer und Bälle finanzieren zu können. Eines der Zentren braucht zudem dringend eine neue Küche.
Quelle: Esslinger Zeitung (bes)
Wer helfen möchte, kann eine Spende überweisen an:
Spendenkonto Runada
J. Wöhrle
Kontonr.: 3000462384
Bankleitzahl: 63250030
Kreissparkasse Heidenheim
Kennwort "Ruanda"
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